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Montag, 5. November 2012

News: Rolle rückwärts - Gerüchte um physische Google Wallet Card

Geleakten Screenshots der neuen Google Wallet App legen nahe, dass Google die Einführung einer physischen Kreditkarte neben ihrer digitalen Lösung plant. Damit könnten Kunden immer dann zahlen, wenn ihre digitale Google Wallet Brieftasche nicht zum Einsatz kommen kann, beispielsweise wenn der Händler kein NFC Empfangsterminal hat.

Welche Schlüsse können aus diesem Schritt gezogen werden?

  • Zunächst überrascht der Schritt, da Google Wallet Chef Osama Bedier noch vor kurzem betonte, dass NFC die ideale Lösung für modernes Bezahlen sei. Die Einführung einer physischen Karte könnte somit einem Eingeständnis nahe kommen, dass die Verbreitung von NFC Terminals alles andere als dynamisch ist und bisher auch Google enttäuscht.
  • Andererseits zeigt das Gerücht auch, dass Google wild entschlossen scheint, die einjährige Erfahrung mit ihrer Mobile Payment Lösung zu nutzen und ihr Produkt weiterzuentwickeln. Die Produkterweiterung um eine physische Karte kann ein wichtiger Schritt sein, Google Wallet zu einer kompletteren Lösung als die vieler Konkurrenten zu machen. Anders als viele andere Angebote in Googles Portfolio wird das Unternehmen an dem Payment Bereich festhalten.

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Mittwoch, 17. Oktober 2012

Analyse: Getrübte Erfolgsaussichten für Isis Wallet

Am 22.10. wird ein viel beachteter Pilotversuch von Isis Wallet in den USA starten (Details hier). Nach und nach werden neue Informationen verfügbar, die insgesamt ein getrübtes Licht auf die Erfolgaussichten - speziell hinsichtlich der Kundenakzeptanz - der Mobile Payment Lösung werfen.

Was spricht für und was gegen einen nachhaltigen Erfolg von Isis Wallet?

Pro:
  • Isis bietet den Nutzern einen finanziellen Anreiz die Wallet zu testen: 10 US-Dollar gibt es für die Aktivierung des Accounts und zusätzlich 15 Dollar, wenn die Lösung als wiederaufladbare Prepaid-Karte verwendet wird.
  • T-Mobile, Verizon und AT&T, die Unternehmen hinter Isis, haben eine starke Kundenbasis, und sind auch von ihrem Unternehmensfokus her deutlich näher am Mobile Payment als Google mit ihrer Lösung, die sich bisher noch nicht nachhaltig durchsetzen konnte.
  • Generell hatt Isis ein großes Netzwerk und Ecosystem geschaffen. Partner sind (u.a.) Visa, MasterCard, American Express, Discover, Coca-Cola, Macy's und Foot Locker.
Contra:
  • Um Isis nutzen zu können, muss der Anwender eine neue SIM-Karte mit integriertem NFC-Chip in sein Mobiltelefon einsetzen. Zwar wird dadurch der Sicherheitsaspekt betont, allerdings führt das auch zu einer massiven Adoptionsbarriere für Kunden. Es ist äußerst fraglich, ob Nutzer diesen Aufwand auf sich nehmen, um (endlich) ohne Bargeld oder Karte zu zahlen.
  • Isis wird zum Start nur auf dem Android-Betriebssystem funktionieren, außerdem nur auf Galaxy Smartphones. Dieses Problem hat auch Google bisher nicht in den Griff bekommen: Obwohl die Zahl an teilnehmenden Händlern durchaus hoch ist, schafft es die Lösung nicht in die Hände der Kunden. 
Fazit:
Auch wenn Isis ein starkes Netzwerk hat und aus einigen Fehlern von Google Wallet anscheinend gelernt hat, wird es doch schwierig werden, eine ausreichende Anzahl an Kunden für die Lösung zu gewinnen, da sowohl der Zwang, eine neue SIM-Karte anzuschaffen als auch die Begrenzung auf eine kleine Gruppe von Smartphones das Zielgruppenpotential substantiell reduziert.
Spannend wird es, welche Markteintrittstrategie deutsche Wallet Anbieter wie die Deutsche Telekom (Details hier) in Zukunft entwickeln werden. Dafür ist der Launch von Isis eine beachtenswerte Referenz.


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